Ehemaliger Spitzenmanager trifft angehende Techniker

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, Prof. Dr. Carl H. Hahn, sprach im Rahmen der Vortragsreihe 2013 an der Technikakademie der Stadt Braunschweig (TAB) über „Internationalisierung von Ausbildung und Beruf“.


Am Donnerstag, 21.02.2013 präsentierte der Förderkreis der Technikakademie der Stadt Braunschweig ca. 220 Studierenden der Fachrichtungen Elektrotechnik und Maschinentechnik und weiteren geladenen Gästen einen Referenten der Sonderklasse. Der sprachen- und weltgewandte ehemalige VW-Chef Carl H. Hahn berichtete in freiem Vortag über sein Leben als Student, seine Zeiten bei verschiedenen europäischen Institutionen bis zu seinen Epochen bei VW und seine jetzigen, immer noch weltweiten Aktivitäten. Wie ein roter Faden zog sich das große Interesse am Lernen neuer Sprachen, am besten im entsprechenden Land, mit dem Erwerb von Wissen um Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur durch den Vortrag.


Insbesondere die immer stärker werdende asiatische Dominanz, die sich Jahrzehnte lang auf „überschaubare“ Sparten wie die Rundfunk-, Kamera- oder Fernsehtechnik sowie den Kraftfahrzeugbereich beschränkte und nun durch ein immer stärker werdendes China mit seinen fast 1,4 Mrd. Einwohnern noch bedeutsamer wird, wurde den Anwesenden durch den Vortrag deutlich vor Augen geführt. Mahnend wurden einzelne Aspekte der kulturellen Unterschiede herausgestellt und mit einigen ironischen Anmerkungen die sich verändernden Lebensentwürfe speziell in Deutschland bedacht. So verglich Hahn den Führungskreis der chinesischen kommunistischen Partei eher mit zielstrebigen Managern als mit „Berufspolitikern“ westlicher Prägung.


Die Auswirkungen des sich jetzt schon abzeichnenden Verlustes von wirtschaftlicher Vormachtstellung machten den anwesenden Industrievertretern doch einige Sorgen, wie sich in den an den Vortrag anschließenden Gesprächen „am Kalte Buffet“ herausstellte. Die Wege zur wirtschaftlichen Macht scheinen bekannt und kopierbar zu sein – auch mit den ökologischen Folgen. Aber was machen „wir“, wenn Massenmärkte wie der Chinesische „uns“ zu verdrängen scheinen? An diesen Stellen blitzte dann immer wieder die Antwort des globalisierungserfahrenen Managers hervor, die da lautete: „Sprachen beherrschen und weiterbilden“.


Für dieses Berufskonzept ist Prof. Hahn das lebende Beispiel. Die Authentizität von Gesagtem und Vorgelebtem führte dazu, dass nach einer knappen Stunde der Vortragende mit lebhaftem Beifall bedacht wurde. Die dann noch folgende Fragerunde, die ja bekanntlich häufig daran scheitert, dass die „erste Frage“ nicht gestellt wird, wurde durch das Angebot, hierfür den Kugelschreiber des Vortragenden zu erhalten, erfolgreich angestoßen. Dass diese Frage sich um die wahrlich geringen freien Investitionsmittel für Unterrichtsmaterialien an öffentlichen Schulen und der Suche nach Finanzierungstöpfen drehte, zeigte dann wieder die unterrichtliche Realität an unseren Schulen. Auch hier gab der Referent Antworten, die neue Perspektiven eröffnen!


Am Ende der hochinteressanten Veranstaltung verließen nicht nur die Zuhörer gutgelaunt und mit neuen Ideen versehen die Aula der Technikakademie – teilweise sogar, um weiter am Unterricht teilzunehmen. Auch Prof. Hahn verließ mit einer durch den Schulleiter der TAB, Herrn N. Heucke, und dem Vorsitzenden des Förderkreises, Herrn J. Voss überreichten Spende für die „Carl H. Hahn Familienstiftung“ und einem Blumenstrauß beschwingt das Gebäude. Hier scheint das Referieren vor jungen Menschen, die noch viel vor sich haben, auch dem Referenten einen merkbaren Motivationsschub gegeben zu haben.